Herzlich willkommen

Auf den Seiten dieses Webportals schreibe ich über Menschen, denen ich begegnet bin, und über Themen, die mich bewegen. Nebenbei erfahren Sie auch etwas über mich selbst.

Unter dem Menüpunkt „Gemischtwaren“ finden Sie eine Auswahl unterschiedlicher Texte. Es handelt sich um Aufsätze und Nachrufe aus den zurückliegenden Jahren. Mancher Text ist noch aktuell, obwohl er Jahrzehnte alt ist. Dazu gehört mein Aufsatz Hilfreicher Antifaschismus.

Meine Geschichten aus den 1960er und 1970er Jahren vermitteln einen Eindruck von den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen, die in der Bundesrepublik und in West-Berlin zur Zeit der deutschen Teilung herrschten.

Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 und den nachfolgenden Maßnahmen wollte die DDR-Führung ihre Bürger hindern, von einem Teil Deutschlands in den anderen Teil zu reisen. Das Brandenburger Tor lag – von Panzersperren umgeben – inmitten der Grenzanlage. Bereits als Jugendlicher hoffte ich, dass dieser Zustand bald überwunden sein würde. Dieser Wunsch erfüllte sich erst mit dem 9. November 1989.

1970er Jahre

Meine Jugendzeit war abwechslungsreich: Schulbesuch ohne Abschluss, Tagelöhner im Hafen, Engagement in politischen Gruppen und der Anti-Atombewegung, Berufsausbildung in einer Fabrik für Glasformen, Mitarbeit in einer DGB-Gewerkschaft und in der Redaktion zweier Zeitschriften sowie Aktivitäten, in deren Folge mir die DDR eine langjährige Einreisesperre verhängte.

Mit Wehmut erinnere ich mich an die Menschen, mit denen ich in der Zeit zwischen 1973 und 1977 im Oldenburger Hafen zu tun hatte. Mehr in: Hafenromantik. Eher schmunzelnd denke ich an meine Berufsausbildung und die Mitarbeit im Ortsjugendausschuss der IG Metall zurück. Mehr in: Betriebsjugendgruppe und in: Schweinefraß.

Streitkultur

Die 1970er Jahre waren politisch aufgeheizt. Aus der 68er-Bewegung waren zahlreiche Polit-Sekten hervorgegangen, die miteinander um den höchsten revolutionären Anspruch konkurrierten. Eines Tages lud mich das Kadermitglied einer solchen Gruppe zu sich nach Hause ein. Wir waren politische Gegner. Ideologisch trennten uns Welten. Umso mehr war ich von unserem Dialog beeindruckt. Ich lernte einen nachdenklichen und differenziert denkenden Menschen kennen. Das Etikett, dass auf ihm klebte, stimmte nicht. Mehr in: Fast ein Lebenslauf.

Die damalige Streitkultur vermisse ich heute umso mehr, je öfter die aktuellen politischen Debatten in moralisch-religiöse Fahrwasser abgleiten. Wer inquisitorisch nur noch zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Freund und Feind unterscheidet, sieht am Ende auch in denen, die sich diesem Dualismus verweigern, einen Gegner, den man hassen, stigmatisieren und ausgrenzen darf. So wird ein Dialog verhindert und die Gesellschaft gespalten. Ich habe schon als Jugendlicher erlebt, dass es neben Schwarz und Weiß eine Vielzahl von Grautönen gibt, und dass es nicht auf das äußere Etikett, sondern auf das Selbstverständnis des Einzelnen ankommt. Diese Erfahrung will ich in meinen Geschichten weitergeben.

Kohlenkeller am Mexikoplatz

Miteinander reden verbindet. Für meine Ehefrau Nina und mich war das einer der Gründe, warum wir uns entschlossen, den ehemaligen Kohlenkeller unseres Hauses für Veranstaltungen zu nutzen. Hier ist Raum für viele Themen und Meinungen. Und Zeit für Gespräche, die bis tief in die Nacht gehen können. Zu Beginn singen wir mit allen Besuchern und Gästen gemeinsam ein Lied. Denn auch gemeinsames Singen verbindet.

Der Kohlenkeller befindet sich auf Straßenhöhe und ist „barrierefrei“. Wir haben 65 Sitzplätze. Wie es bei uns zugeht, zeigen die Filmaufnahmen.

Roland Wehl