Die Einladung

West-Berlin im Jahr 1981. Zeit der Hausbesetzungen. Mit der Bewohnerin eines „instandbesetzten“ Hauses in der Kreuzberger Admiralstraße führe ich Malerarbeiten durch. Anschließend fahren wir – in Arbeitsklamotten – zum Kurfürstendamm.

Auf dem Rückweg gehen wir die Rankestraße entlang. Dann bleiben wir vor einem Lokal stehen, das auf den ersten Blick einem Sarggeschäft ähnelt. Es handelt sich um das Restaurant Heising. Plötzlich geht die Tür auf. Der Inhaber, Herr Bernhard Heising, begrüßt uns. Wir kennen uns nicht. Aber wir kommen ins Gespräch. Dann bittet uns der Inhaber in sein Restaurant.

Außen- und Innenansicht des Restaurants mit dem Ehepaar Heising (Aufnahmen von 2012)

Als wir wegen unserer schmutzigen Kleidung Bedenken äußern, heißt es nur: „Das macht doch nichts“. Im Restaurant wird uns ein Aperitif angeboten. Wir lehnen ab, weil wir kein Geld dabei haben. Aber wieder heißt es: „Das macht doch nichts“. Im Kamin lodert das Feuer. Zwei Sessel werden an den Kamin gerückt. Anschließend wird sogar noch ein kleines Essen serviert. Wir essen und trinken – und sollen nichts bezahlen.

Wer seine Gäste so herzlich empfängt und bewirtet, kann kein üblicher Gastronom sein. Das Restaurant Heising ist seit mehr als 35 Jahren ein ganz besonderer Ort.