ROLAND WEHL: Was empfinden Sie, wenn Sie an die Partei denken, deren Vorsitzender Sie einst waren?
ADOLF VON THADDEN: Da bekomme ich schreckliche Gefühle. Die heutige NPD hat nichts mehr zu tun mit der NPD der sechziger Jahre, also der Zeit, als ich Parteivorsitzender war.
ROLAND WEHL: Der jetzige Parteivorsitzende Deckert hat in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen beherrscht …
ADOLF VON THADDEN: … traurig genug, daß mein Name in einem Zusammenhang mit dem Namen von Deckert gebracht wird, nur weil ich der vorvorherige Parteivorsitzende war. Ich hatte mich 1971 nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung gestellt. Trotzdem hatte ich mich noch zwei Jahre lang bemüht, die NPD auf eine neue Schiene zu bringen. Das ging 1974 schief. Dann versuchte im Jahre 1975 Herr Frey, sich der NPD zu bemächtigen. Das habe ich verhindern können. Damals wurde mir klar: Mit dieser Parteiformation läßt sich im Konflikt mit den Bonner etablierten Parteien nichts demokratisch Wünschenswertes mehr erreichen.
ROLAND WEHL: Sie sagen, die NPD wollte eine konservative Partei sein. Konnte sie das denn personell und inhaltlich überhaupt sein?
ADOLF VON THADDEN: Sie hatte alle Chancen, es zu werden. Aber allein der seit 1968, also nach dem großen Wahlerfolg in Baden-Württemberg, einsetzende terroristische juristische Druck auf die Angehörigen des Öffentlichen Dienstes verhinderte, daß in diesem Bereich uns zugeneigte Menschen am Ende noch den Mut hatten, sich dem zu stellen, was von der anderen Seite inszeniert wurde.
ROLAND WEHL: Ich erinnere mich an einen großen Artikel in der 'Zeit', der Ende der 70er Jahre erschien, also viele Jahre nach ihrem Niederlegen des NPD-Vorsitzes: In diesem Artikel werden sie gewürdigt als liberaler Konservativer. Sehen Sie sich auch so?
ADOLF VON THADDEN: Ich war immer ein liberaler Konservativer. Und die Leute, die mir entgegenstanden, insbesondere in der CDU/CSU, wußten das immer. Dennoch haben sie immer alles unterstützt, was mich als Inkarnation der Renovatio einer NSDAP erscheinen ließ. Das Ganze war schon deshalb absurd, und das gilt bis heute, weil der Nationalsozialismus nur vorstellbar ist mit der Person Hitler. Eine solche Person hat es nie mehr gegeben, seit er in seinem Bunker in Berlin Selbstmord begangen hat. Leute wie Kühnen und Busse haben nur die Art zu imitieren versucht, in der Hitler grüßte, mehr nicht.
ROLAND WEHL: Die deutsche Rechte hat sich lange Zeit schwergetan mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Durch die Verteidigung des Dritten Reiches und die Leugnung von Verbrechen meinte man, den deutschen Namen zu schützen. Ist das nicht ein grobes Mißverständnis, wenn der Hitlerismus mit Deutschland gleichgesetzt wird?
ADOLF VON THADDEN: Das gibt es natürlich, und das ist ja auch die ganze Kontroverse um die sogenannte 'Auschwitz-Lüge'. Man kann doch nicht ernsthaft die Verfolgung und Ermordung der Juden leugnen. Nur: Warum macht man es diesen Leugnern so leicht und gibt ihnen billige Argumente. Denken Sie nur an die umstrittene und inzwischen erfolgte offizielle Revision der Opferzahlen in Auschwitz. Die Wahrheit über die Verbrechen des Nationalsozialismus ist schlimm genug, sie braucht keine volkspädagogische Ergänzung.
ROLAND WEHL: Müssen Sie sich selbst nicht auch den Vorwurf gefallen lassen, als Vorsitzender die Auseinandersetzung mit dem Verhängnis des Nationalsozialismus in Ihrer damaligen Partei nicht konsequent genug betrieben zu haben?
ADOLF VON THADDEN: Ich habe mich immer ausweislich meiner Schriften und Reden darum bemüht. Nur: Das ist vom politischen Gegner niemals als echt und ehrlich akzeptiert worden.
ROLAND WEHL: Ihre Schwester Elisabeth von Thadden spielte in der Sozialarbeit der evangelischen Kirche nach dem Ersten Weltkrieg eine große Rolle und gehörte zum sogenannten Greifenberger Kreis. Vom Volksgerichtshof wurde sie als NS-Gegnerin zum Tode verurteilt und im September 1944 hingerichtet. Sie selbst standen während dieser Zeit als Soldat an der Front. Was empfanden Sie damals?
ADOLF VON THADDEN: Ich stand damals mit meiner Sturmgeschützbrigade in Ungarn und war an der Panzerschlacht von Debrecin beteiligt. Ich hätte damals - und Tausende anderer Deutscher ebenfalls - natürlich sagen können: Für diesen Staat möchtest du nicht mehr kämpfen. Nur: Die Alternative wäre gewesen, sich dem Gegner zu ergeben, der - mit den Westmächten verbündet - vom Osten her auf Deutschland und Westeuropa losmarschierte. Die Frage, ob ich wollte, daß der aus dem Osten kommende Feind mein Vaterland und das westliche Europa überrollt, konnte ich nur mit nein beantworten. Ich wollte Deutschland verteidigen, nicht den NS-Staat.
ROLAND WEHL: Was sagen Sie zu dem Treffen zwischen Schönhuber und Frey: Diskreditiert er damit die Republikaner, oder ist er gar ein Agent provocateur?
ADOLF VON THADDEN: Nein, ganz bestimmt nicht. Er ist ein ratlos Gewordener, der unter dem Druck des Bonner Establishments über viele Jahre hinweg gemeint hat, durch radikale Abgrenzung von vermeintlichen Rechtsextremisten hoffähig zu werden, und nun erkannt hat, daß dies nicht honoriert wird.
ROLAND WEHL: Wollen Sie die Republikaner damit auffordern, ihre Unvereinbarkeitsbeschlüsse zu kippen?
ADOLF VON THADDEN: Ich meine damit nicht, daß seine Ablehnung des Extremismus falsch war, sondern daß er die Definition des Extremismus dem politischen Gegner überließ. Daß er sich nun ausgerechnet mit Herrn Frey eingelassen hat, bringt ihm keinen Vorteil. Im übrigen ist die DVU lediglich eine Unterabteilung des von Herrn Frey wohl organisierten Verlagsunternehmens. Eine Partei im Sinne des Wortes und des Grundgesetzes und des Wahlgesetzes und des Parteiengesetzes ist das Unternehmen 'DVU' sicherlich nicht.
ROLAND WEHL: Also gibt es auch Ihrer Meinung nach einen Extremismus, von dem sich eine demokratische Rechte deutlich distanzieren sollte?
ADOLF VON THADDEN: Richtig. Das ist ja die Katastrophe. Was diese Außenseiter-Gruppierungen machen, ist einfach grauenhaft. Da wird die altehrwürdige Reichskriegsflagge aus der Kaiserzeit, unter der Millionen von Soldaten gefallen sind, als T-Shirt umfunktioniert und als Karnevalswedel herumtragen. Das ist für einen vernünftigen Menschen einfach fürchterlich und grauenhaft. Eine Distanzierung von diesen Leuten ist natürlich absolut notwendig. Nur: Dann kommt die nächste Frage. Wer organisiert das alles? Wer sorgt dafür, daß solche Gruppe von Verrückten die Rolle für die Medien als Aufhänger spielen können, wie es seit drei Jahren der Fall ist? Ich stelle mir die Frage: Wer steckt hinter solchen Sachen? Denn daß es hier Hinterleute geben muß, ist für mich gar keine Frage. Alle meine Erfahrung aus einem halben Jahrhundert müßten gegenstandslos sein, wenn ich mich hier irren sollte.
ROLAND WEHL: Schönhuber hat gesagt, das Projekt einer nationalkonservativen Partei sei gescheitert. Stimmt das?
ADOLF VON THADDEN: Das ist Quatsch. Wenn das so wäre, wäre das fürchterlich.
ROLAND WEHL: Stand Schönhuber selbst dem Erfolg der Republikaner durch seinen politischen Stil im Wege?
ADOLF VON THADDEN: Das Schlimme an Schönhuber ist, daß er seine Partei praktisch als Veranstaltung mit einem Solisten organisiert hat. So etwas geht nur bis zu einer bestimmten Grenze. Dieses Solistentum, das er zunächst entstehen ließ und dann kultivierte, hat natürlich eine furchtbar bremsende Wirkung gehabt.
ROLAND WEHL: Die 'Frankfurter Allgemeine' stellt seit mehreren Monaten die Frage 'What's right?' Wie würde Ihre Antwort lauten?
ADOLF VON THADDEN: Erstens: Die Geographie ändert sich nicht. Zweitens: Aufgrund der sich nicht ändernden Geographie bleibt der Tatbestand, daß die Deutschen in der Mitte Europas leben, daß sie durch günstige Umstände seit 1945 zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen sind und daß diese Deutschen ein neues Verhältnis mit ihren Nachbarn finden müssen, das nicht länger von den Prämissen des Kalten Krieges bestimmt ist. Das heißt: Deutschland hat nicht mehr den jahrzehntelangen Erzfeind im Westen in Gestalt von Frankreich. Es hat auch nicht mehr die Angst vor einer panslawistischen Welle, wie es die bis 1918 fraglos gegeben hat, und auch nicht mehr die Angst vor einer bolschewistischen Welle, wie es sie als Realität über viele Jahrzehnte gegeben hat. Mit anderen Worten: Deutschlands Aufgabe ist heute, als Wirtschaftsmacht Nummer eins auf dem westeuropäischen Kontinent seine in diesem Zusammenhang vorhandene Potenz sowohl in der Fortführung der Kooperation mit den westlichen wie den östlichen Nachbarn so weit wie möglich zu intensivieren.
'Damals [nach der Hinrichtung seiner Schwester im September 1944, d. Red.] beschloß der Oberleutnant von Thadden nach knappem Zögern, dennoch weiterzukämpfen. War er doch ausgezogen, Deutschland zu verteidigen und nicht die Nazis. Diese Entscheidung hält er noch heute für ein Schlüsselerlebnis. Das ist sie in der Tat. Denn vor der Notwendigkeit, es in Kauf zu nehmen, daß sein Kampf für Deutschland auch den Nazis nutzt - vor dieser Notwendigkeit hat er seither immer wieder gestanden; dort steht er noch. Und er hat es in Kauf genommen.' (Hermann Schreiber im SPIEGEL vom 04.04.1966) Bild: Adolf von Thadden bei der Stimmabgabe zur Wahl des Bundespräsidenten 1969 in Berlin.
Bubi nannte Herbert Wehner im ersten Deutschen Bundestag den damals jüngsten Abgeordneten: Adolf von Thadden. Von Thadden (Jahrgang 1921) entstammt einer alten pommerschen Familie. Sein Bruder Reinhold war Begründer des 'Evangelischen Kirchentages', seine Schwester Elisabeth wurde im Dritten Reich nach dem 20. Juli 1944 hingerichtet. Der schwerstkriegsverletzte, zeitweise querschnittsgelähmte von Thadden gehörte 1964 zu den Gründungsmitgliedern der NPD, deren Vorsitzender er von 1967 bis 1971 war. Die NPD verfehlte nach Einzug in mehrere Landtage 1969 mit 4,3 % knapp den Einzug in den Bundestag. Danach fiel die Partei in die Bedeutungslosigkeit. Dazwischen liegt ein besonderes Stück westdeutscher Geschichte, die Aufschluß über die Verfaßtheit der alten Bundesrepublik gibt. In einem Artikel vom 14.09.1973 urteilte die Zeit: 'Sie sind milder geworden, Herr von Thadden!' Adolf von Thadden verließ sie 1975 enttäuscht und lebt heute zurückgezogen auf Teneriffa. (ams gruppe)
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| Der 20. Juli ist im Kalender der Bundesrepublik ein fester Termin, doch in Wahrheit steckt er ihr wie eine Karpfengräte im Hals. Würde dieses Land, in dem schon das Ladenschlußgesetz als politischer Ernstfall gilt, sich an der Courage dieser Männer, die ihr Leben an die Rettung ethischer Werte gesetzt haben, ehrlich messen, müßte es zuerst die Verzwergung des Politischen und des geschichtlichen Denkens realisieren, die sich in ihm vollzogen hat.
Gewiß, als eine der Lehren aus dem 20. Juli wird die "Zivilcourage" beschworen, doch diese bezeichnet nur die Fähigkeit, eine offiziell favorisierte Meinung beziehungsweise Haltung als Widerstand gegen Staat und Gesellschaft zu inszenieren und neben selbstgefälliger moralischer Überlegenheit auch noch in den Genuß staatlicher Subventionen zu kommen. Dieser Tag liegt quer zum Selbstverständnis dieser Republik, vor allem, weil die ethischen Überzeugungen, für die er steht, rückgebunden waren an einen deutschen Patriotismus.
Man wird den Männern des 20. Juli nur gerecht, wenn man sie in ihrer Widersprüchlichkeit und Entwicklung begreift. Viele entstammten den alten Führungsschichten, die sich nach 1933 nur zu gern im Opportunismus geübt hatten. Der Diplomat Ulrich von Hassell, einer der Mitverschwörer, vermerkte in seinem Tagebuch mit zunehmender Verbitterung, wie Militärs und Beamte sich durch Erfolge Hitlers oder durch Zuwendungen korrumpieren ließen. Die moderne Massengesellschaft war vielen innerlich fremd, die Mahnung Ernst Jüngers, um Erfolg zu haben, müsse man auch am Mikrofon stärker sein als Hitler, konnten sie kaum begreifen. Diesen schwachen Punkt hat Goebbels genau erfaßt, als er in seinem Tagebuch sinnierte, er selber hätte eine vergleichbare Aktion gewiß zum Erfolg geführt.
Politischen Strategen wie Moltke war deshalb klar, daß ein erfolgreicher Staatsstreich nur der Anfang von tiefgreifenden Umwälzungen sein konnte. Der 20. Juli und seine Vorgeschichte zeigen, daß Deutschland und seine Eliten zur Selbsterneuerung fähig waren. Ein breitgefächertes Bündnis aus Gewerkschaftern, Sozialdemokraten, Bildungsbürgern, Beamten, Geistlichen, preußischen Konservativen und Militärs hatte sich dazu zusammengefunden. In diesem Bündnis lag die Chance auf eine politische Umgründung Deutschlands bei gleichzeitiger Wahrung seiner inneren Kontinuität.
Über die Möglichkeiten, die ein erfolgreiches Attentat eröffnet hätte, kann man nur spekulieren. Bestimmt wären die Judendeportationen umgehend gestoppt, die KZs geöffnet, Prozesse gegen führende NS-Leute sowie Friedensbemühungen eingeleitet worden. Die bedingungslose Kapitulation wäre Deutschland kaum erspart geblieben, trotzdem hätte es sich in einer ungleich besseren Position befunden als im Mai 1945.
Dem "Wüstenfuchs" Erwin Rommel wird von seinen Kriegsgegnern bis heute Respekt gezollt - hätten sie ihm den Posten als neuer Armeechef dauerhaft verweigert? Die beiden langjährigen KZ-Insassen Kurt Schumacher und Martin Niemöller sowie Bischof Clemens Graf von Galen, der "Löwe von Münster", der todesmutige Brandreden gegen das Regime geschleudert hatte, wären sie als Vertreter eines neuen Deutschland ins Ausland gereist, um mit ihrer Person gegen die Kollektivschuldthese zu bürgen - hätten sie in der Öffentlichkeit nicht wenigstens ein Nachdenken ausgelöst? Vielleicht wären Teile Hinterpommerns und Niederschlesiens für Deutschland gerettet worden. Vielleicht.
Auf jeden Fall wäre der geistig-moralische Zusammenbruch nicht so total gewesen. Die Traditionen und Institutionen, die für das staatliche Leben ein notwendiges Korsett bilden, wären weniger stark zerstört und kompromittiert worden. Es hätte kein Gefühl der totalen Niederlage gegeben, das sich in einen nationalen Masochismus verwandelt hat, damit es überhaupt ertragen werden kann. Die selbstherrliche "anglo-amerikanische Geschichtserzählung über den Zweiten Weltkrieg", die "den Triumph der freiheitlichen Zivilisation des Westens über seine totalitären Herausforderer ins Zentrum der historischen Erinnerung" stellt (Richard Herzinger), wäre nicht so dominant geworden und hätte nicht das - vorläufige? - Ende des geschichtlichen Bewußtseins in Deutschland und den Anfang seiner kulturellen und geistigen Verödung markiert.
Das gescheiterte Attentat vom 20. Juli hat zu einer Verschiebung der innerdeutschen Machtverhältnisse geführt: Weg von den preußischen Eliten, die einst Stil und Geist des Staates bestimmt hatten, die nun teils ermordet und teils ihrer ökonomischen und lokalen Basis beraubt wurden, hin zum rheinischen und süddeutschen Bürgertum. Es war ein Grundfehler des Deutschen Reiches gewesen, diese Schichten nicht sofort nach 1871 in die politische Führung einbezogen zu haben. Die Korrektur fand nun als gewaltsamer Kontinuitätsbruch in einem immer noch jungen, seiner nie sehr sicher gewesenen Nationalstaat statt. Selbst Konrad Adenauer war zuletzt voller Sorge, ob die Bundesrepublik, deren wirtschaftliche Prosperität beispiellos war, für schwierige Zeiten nicht über zu wenig politische Substanz und Prägnanz verfüge. Tatsächlich droht die deutsche Wiedervereinigung sich zu einer Staatskrise auszuwachsen.
Wenigstens für die symbolpolitische Vakanz hat Gerhard Schröder wieder einmal Gespür bewiesen. Die Regierungsklausuren zur Reformierung des gen Oder ausgedehnten Rheinbundstaates finden im brandenburgischen Schloß Neuhardenberg statt, das nicht nur der Sitz des preußischen Staatskanzlers und Reformers war, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt der Männer des 20. Juli. Noch bleiben solche medialen Inszenierungen ohne Konsequenzen. Vielen tonangebenden Kräften im Land scheint das Scheitern des 20. Juli und seine Spätfolgen insgeheim ganz recht zu sein. Man kann das unter anderem an der ausgebliebenen Restitution der enteigneten "Junker" ablesen, darunter auch solcher, die wegen ihrer NS-Gegnerschaft enteignet und ermordet wurden. Dabei spricht ökonomisch und - angesicht der anhaltenden Landflucht aus der Ex-DDR - auch psychologisch nichts mehr dagegen. Offenbar soll verhindert werden, daß ein Traditionsbestand, der über den Horizont dieser umerzogenen Bundesrepublik hinausreicht, wieder einen regionalen Bezugs- und Ausgangspunkt erhält.
Andererseits sind heftige Suchbewegungen im Gange, weil jeder spürt, daß die Dinge so nicht weiterlaufen können. Es ist durchaus denkbar, daß sie schon bald bei dem Patriotismus, dem Opfersinn und dem Mut fündig werden, die am 20. Juli 1944 durch das Blut der Besten besiegelt wurden.
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